Lüftung und Heizung - so erreichen Sie Wohlfühlklima im Wintergarten

Die Klimatisierung im Wintergarten ist ein wichtiges Thema, das schon bei der Planung und dem Bau des Wintergartens berücksichtigt werden sollte. Aufgrund der unzähligen Varianten und Kombinationsmöglichkeiten empfiehlt es sich, schon früh einen guten Überblick zu haben, damit alle Komponenten direkt verbaut werden können. So ist Ihr Wintergarten von der ersten Minute an gut klimatisiert.

Die Lüftung im Wintergarten ist natürlich ein zentrales Thema, über das wir Sie »hier informieren möchten. Selbstverständlich kann jegliche Klimatisierung mit einer programmierbaren »Wintergartensteuerung gesteuert werden, sodass im Wintergarten auch ohne Ihr Beisein immer das optimale Klima herrscht.

Die Messgrößen, die das Wohlfühlklima im Wintergarten bestimmen, sind die Luftfeuchtigkeit und die Innen- und Außentemperatur. Selbstverständlich lässt sich die Außentemperatur nicht beeinflussen; durch das richtige Zusammenspiel aus Beschattungung, Belüftung, »Beheizung wird der Wintergarten aber dennoch zu jeder Jahreszeit zur Wohlfühloase.

Es gilt zu beachten, dass neben einer guten Belüftung auch die »Beschattung bei der Klimatisierung eine große Rolle spielt.
Auch die Problematik der Luftfeuchtigkeit bzw. das »Kondenswasser erläutern wir Ihnen, da dieses Phänomen im Wintergarten vermieden werden sollte.



Lüftung

Die Be- und Entlüftung im Wintergarten ist essentiell für Bewohner und Pflanzen. Eine gute Lüftung sorgt für angenehmes Raumklima und kann durch verschiedene Elemente und Komponenten gewährleistet werden, die wir Ihnen im Folgenden darstellen:


  • Fenster: Diese einfachste Form der thermischen Lüftung macht sich das Gesetz der Physik zu Nutze, dass warme Luft nach oben steigt, während frische Luft von unten nachströmt. Ein simples Seitenfenster ist dabei genauso möglich, wie ein Dachfenster oder das komfortable »Hebe-Schiebefenster. Als Grundsatz hier gilt, dass 20% der Glasfläche im Wintergarten zu öffnen sein sollten. 2/3 der Fenster sollten sich im oberen Bereich befinden und somit für die Abluft sorgen.
  • Schiebelüfter können sowohl motorisch wie auch manuell betrieben werden und befinden sich im unteren Bereich des Wintergartens. Insgesamt sollten sich 1/3 aller SchiebelüfterLüftungselemente in dieserem Bereich befinden und somit für ausreichend Frischluft und damit für ein gutes Klima im Wintergarten sorgen. Das Besondere: Schiebelüfter können beispielsweise auch mit Pollenfiltern versehen werden - ideal für Allergiker.
  • Walzenlüfter sind der höchste Komfort bei der Be- und Entlüftung im Wintergarten. Diese motorisch betriebenen Lüfter, die somit auch Strom verbrauchen, führen durch Ansaugen warme, verbrauchte Luft aus dem Innenraum nach außen ab. Dabei ist die Drehzahl frei Walzenlüfterregulierbar, sodass die Luftwechselrate individuell angepasst werden kann. Der Walzenlüfter ist mit einer Trägerplatte versehen, die wie eine Isolierverglasung oder ein Fensterelement in das Dachprofil montiert wird. Der Clou: Insekten haben bei diesem Verfahren keine Gelgenheit, in den Wintergarten zu gelangen. Selbstverständlich bedeutet der motorische Betrieb, dass der Betrieb nicht völlig geräuschlos funktioniert. Die »Steuerung macht diese Lüftungsart allerdings sehr komfortabel.

Bei der Belüftung eines Wintergartens gibt es drei Lüftungsverfahren, die allesamt nach dem Prinzip der Zu- und Abluft funktionieren. Dabei wird die Zuluft im unteren oder mittleren Bereich zugeführt, die Abluft entweicht im oberen Seitenbereich oder über das Dach.



  • Bei der Querlüftung als klassische Belüftungsart erfolgt die Be- und Entlüftung durch Oberlichter oder Lüftungsklappen (manuell oder motorisch bedienbar), die sich an den Seiten des Wintergartens befinden. Zwischen den Außenwänden von Gebäuden gibt es nämlich Luftdruckunterschiede, die die Querlüftung ermöglichen. Belüfter oder Schiebelüfter sorgen für Zuluft. Hier gilt zu beachten, dass diese Art der Lüftung nicht unbedingt für besonders breite Wintergärten machbar ist.
  • Die Diagonallüftung zeichnet sich dadurch aus, dass die Entlüftung durch Walzenlüfter, Oberlichter oder Lüftungsklappen an den Seiten des Wintergartens gewährleistet wird, während die Zuluft dem Wintergarten an der Vorderfront über Fenster, Türen oder Schiebelüfter zugeführt wird.
  • Die Dach- oder Firstlüftung ist mittlerweile der Standard. Hierbei ermöglichen Dachlüftungsklappen oder Walzenlüfter im oberen Dachbereich die Entlüftung. Neue und frische Luft kommt durch Türen, Fenster und Schiebelüfter an der Vorderfront in den Wintergarten. Bei der Dach- oder Firstlüftung ist vor allem das Auftreten von Zugluft gering, sodass Wintergartenbesitzer diese Belüftungsart sehr häufig für Ihren Wintergarten wählen.



Natürlich kommt es auf die Form und die Anbauweise des Wintergartens an, welche Belüftungsstrategie sich am besten eignet. Generell funktionieren aber alle Varianten gleich gut.



Wissenswert: Ein Beispiel für den kombinierten Einsatz der drei Lüftungskomponenten: Sind die Wintergartenbesitzer anwesend, so ermöglicht der Schiebelüfter (motorisch oder manuell) den Zuluftstrom, während offene Oberlichter oder Dachfenster, beispielsweise der Hebeschiebe-Lüfter die warme Luft nach draußen lassen.
Sind die Wintergartenbesitzer auch für längere Zeit nicht zuhause, so können automatisch gesteuerte Walzenlüfter die Belüftung vornehmen, sodass beispielsweise für die Pflanzen im Wintergarten auch dann ein angenehmes Raumklima herrscht. Bei Abwesenheit der Wintergartenbesitzer sollte dann auf das Öffnen der Seitenelemente verzichtet werden, um die Einbruchgefahr zu senken.


Heizung

Im Wintergarten ist eine Heizung besonders wichtig. Denn wie der Name schon sagt, soll der Wintergarten im ganzen Jahr und besonders in den kälteren Jahreszeiten, wo die Terrasse keine Alternative mehr ist, gemütlich sein. Um im Wintergarten ein angenehmes Wohlfühlklima und die richtige Temperatur zu erhalten, ist es am einfachsten, die Wintergartenheizung an das bestehende Heizsystem anzuschließen. Hierbei gilt es aber zu beachten, dass die  Wärmedämmung im Haus durch das Mauerwerk deutlich besser ist als die Wärmedämmung der Glasfläche im Wintergarten. Daher kann der Heiz- und Energiebedarf im Haus nicht zur Berechnung des Bedarfs im Wintergarten herangezogen werden. Ein Wintergarten hat in etwa einen 4-5 mal höheren Bedarf.
Selbstverständlich kann je nach Ausrichtung des Wintergartens ein Teil der Erwärmung auch solar funktionieren.

Bevor wir Ihnen eine kleine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten geben, Ihren Wintergarten zu beheizen, möchten wir Ihnen einen kurzen theoretischen Überblick über die Heizungsarten geben:


Konvektionswärme
  • beruht auf dem physikalischen Prinzip der Konvektion und gilt als klassische Heizungsmethode im Wintergarten. Hierbei wird die Luft des Innenraums an einem Heizkörper erwärmt. Warme Luft steigt am Heizkörper Konvektorenheizung nach oben und wärmt den Raum und die Außenhülle. Während die Wärme an die Außenhülle abgegeben wird, kühlt die Luft wieder ab, sinkt nach unten und wird am Heizkörper erneut aufgeheizt, um wieder aufzusteigen. Diese Zirkulation der Luft heißt Konvektion. 
  • Zu beachten ist, dass der Heizkörper am kältesten Punkt sein muss, also an den Glasflächen. So wird ein Kältezuggefühl vermieden. Zusätzlich verringern warme Scheiben das »Kondenswasserproblem.
    Heizkörper vor den Glasflächen im Wintergarten können aber auch ein optisches Problem darstellen. Doch hier gibt es eine Lösung:
  • die Unterflurheizung: Konvektoren werden in den Fußboden integriert. Gitterroste im Boden entlang der Glasflächen ermöglichen dabei die Luftzirkulation und das Aufsteigen der Luft.

Strahlungswärme
  • Dieses Prinzip funktioniert nicht durch Energieübertragung durch die Luft, sondern durch elektromagnetische Wellen, bei denen sich die Luft nicht bewegt
  • Geräte, die Strahlungswärme erzeugen, sind Infrarotstrahler, spezielle Strahlungsheizkörper, oder Heizungen, die in Wand oder Verglasung integriert sind. Auch die Fußbodenheizung zählt dazu.
  • Allgemein gilt, dass der Mensch Strahlungswärme als angenehmer empfindet, wodurch diese Form in Wintergärten besonders beliebt ist.

Folgende Heizungen sind für den Wintergarten gut geeignet:

Fußbodenheizung
Die Fußbodenheizung arbeitet mit einem hohem Anteil an Strahlungswärme. Um an den Fenstern eine ausreichende Zirkulation zu ermöglichen, müssen die Heizschlangen der Fußbodenheizung in den Seitenbereichen besonders dicht liegen. Eine Fußbodenheizung allein reicht aber nicht zur kompletten Beheizung des Wintergartens. Nachteil: Die Fußbodenheizung ist eher träge und braucht vorausschauende Regulierung.

 


Wärmepumpe

  • Eine Wärmepumpe ist das Non-Plus-Ultra im Wintergarten. Sie ist der Alleskönner und vereint Kühlung, Heizung und Luftreinigung in einem Gerät. Das Prinzip: Energie wird von einem niedrigeren auf das höhere Wärmepumpe Temperaturniveau, das zur Heizung benötigt wird, gepumpt. Ein Innen- und ein Außengerät tauschen Wärme und Kälte aus und je nach dem ob der Wintergarten geheizt oder gekühlt werden soll, tauschen Innen- und Außengerät die Rollen. An heißen Tagen funktionieren sie dann auf umgekehrte Weise als Kühlaggretat.

  • Weitere Funktionen: Entfeuchtungsgerät und Luftreiniger

  • Standort: Die Wärmepumpe funktioniert mit einem Gebläse und kann somit variabel und individuell aufgestelt bzw. eingebaut werden.

  • Vorteil: Die Wärmepumpe reagiert wesentlich schneller als eine Fußbodenheizung und lässt sich gut elektronisch steuern.




Kaminofen

Ein Kaminofen ist sicherlich der Traum eines jeden Wintergartenbesitzers und die Krönung der Gemütlichkeit. Ein Kaminofen reicht aber wie die Fußbodenheizung nicht als alleinige Heizung aus.


Eine Kombination aus verschiedenen Systemen ist aus Sicht der Betriebskosten und des Wohlfühlfaktors sicherlich erstrebenswert, natürlich sind die Anschaffungskosten aber auch höher, sodass im Einzelfall abgewogen werden sollte. Die Entscheidung beeinflussen sollten dabei Aspekte wie die geplante Nutzungsart, die (Standort-)Bedingungen des Wintergartens und die optischen Vorstellungen und natürlich auch das Budget des Bauherren.



Tipp: Als optimales Raumklima gilt: 20 Grad Celcius und 30 bis maximal 65 Prozent relative Luftfeuchtigkeit.

Steuerung

Eine Wintergartensteuerung sorgt für einen gut klimatisierten und temperierten Wintergarten und somit für größtmögliches Wohlbefinden.
Wintergarten Steuerung Moderne Steuerungssysteme für den Wintergarten können mit allen vorhandenen elektrischen Komponenten wie Beschattungssysteme, Belüftungs- und Heizungsanlagen verbunden werden. Dabei gelten die elektrischen und damit steuer- und planbaren Komponenten nicht als Luxus. Bei Abwesenheit der Bewohner übernimmt die elektronisch programmierbare Steuerung die Klimatisierung, um dauerhaft ein angenehmes Wohnklima zu erhalten, was auch für Pflanzen wichtig ist.

Automatische Steuerungssysteme sind direkt mit allen elektrisch betriebenen Komponenten verbunden.

Funktionsweise: Steuerungssysteme regeln die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur im Wintergarten. Dazu werden im benutzerfreundlichen Menü Grenzwerte für Luftfeuchtigkeit und Temperatur angeben. Werden diese unter- oder überschritten, nehmen die programmierten Komponenten ihre Arbeit auf.

Dazu gibt es Sensoren, die Wind, Regen, Luftfeuchte und Innen- wie Außentemperatur aufzeichnen und an die Steuerung weitergeben.


Kondenswasser

In den kälteren Jahreszeiten kann es vorkommen, dass sich an den Scheiben und Profilen im Wintergarten Kondenswasser bildet. Wie es entsteht und vermieden werden kann, erfahren Sie hier:

Wie Kondenswasser entsteht:

  • Dazu braucht es 4 Faktoren: Die Luftfeuchtigkeit in Zusammenhang mit Innen- und Außentemperatur und Oberflächentemperatur der Bauteile.
  • Kondenswasser entsteht, wenn die Feuchtigkeit im Inneren die Aufnahmefähigkeit der Luft übersteigt, beispielsweise durch Pflanzen oder angrenzende Wohnräume. Je kälter die Luft, desto geringer ist die Aufnahmefähigkeit. Ist dieser Punkt, er sogenannte Taupunkt, erreicht, setzt der übrige Rest sich an den kältesten Stellen im Wintergarten ab - an den Scheiben und Profilen.
  • Dieses Phänomen lässt sich vor allen Dingen morgens erkennen, weil die Luft in der Nacht abkühlt.

Warum ist der Wintergarten häufig betroffen?

  • Es gibt oft wenig Feuchtigkeit absorbierende Materialien wie Tapeten und Möbel - Glas und auch Fliesen können so gut wie gar keine Feuchtigkeit aufnehmen. Die Pflanzen, die sich oftmals zahlreich im Wintergarten befinden, fördern Kondenswasser zusätzlich.

Wie kann Kondenswasser im Wintergarten vermieden werden?
  • Ein regelmäßiger Luftaustausch ist sehr wichtig. Die Be- und Entlüftung dient der Entfeuchtung des Wintergartens. Dazu gibt es Feuchtigeitssensoren an Lüftungsanlagen, die die Feuchtigkeit der Luft messen.
  • Es gilt aber: Je besser die thermische Trennung der Profile, desto weniger wird die Innenseite des Profils abgekühlt und umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit der Kondenswasserbildung im Wintergarten.



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